Dornstetten: Rockige Klänge in der Industriehalle


Von Petra Haubold.

Die Dornstetter Stadtkapelle und der Musikverein Auenheim gaben ein mitreißendes Frühjahrskonzert. Die Musiker gingen neue Wege – das Publikum war begeistert. Nackter Betonfußboden, weiße, bilderlose Wände und helles Licht: welch ein Kontrast zur stimmungsvollen Bläsermusik. Und doch, das ungewöhnliche Ambiente hatte etwas für sich. In der weitläufigen Industriehalle der Firma Schwarz ergab sich ein reicher, musikalisch interessanter und komplexer Klang. Etwa 200 aufmerksame Zuhörer fühlten sich bestens unterhalten. Als musikalischer Gast übernahm der Musikverein Auenheim unter der Leitung von Jean Claude Eglin den ersten Konzertteil, und damit den Löwenanteil des Abends.

Vorsitzender Alex Lutz begrüßte die Gäste und informierte über die Freundschaft zum Musikverein Auenheim. Hatte man sich doch vor etwa zwei Jahren beim Musikfest in Griesbach kennen- und schätzen gelernt. Der Gastauftritt war nun der erste Besuch der befreundeten Musikergruppe in Dornstetten.

Konzertant und unterhaltend, kraftvoll und emotional, lyrisch und leise präsentierten sich die rund 30 Instrumentalisten, gefielen mit frischem Spiel und beeindruckten nicht zuletzt durch mehrere ausgezeichnete Solisten. „Blasmusikwerke, die in das temperamentvolle, sonnige Spanien entführen“, wie Moderator und Dirigent Eglin betonte, arrivierten zu einer bestens einstudierten und virtuos vorgetragenen Musikshow. Es folgten eine Arie aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ und das „Concerto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo. Dabei behauptete sich die Trompete mit gefühlvollen Soli.

Locker und gut verständlich gab Eglin Informationen zu den einzelnen Stücken, erklärte die Inhalte und die Art der musikalischen Umsetzung. Sichtlich begeistert spendeten die Zuhörer immer wieder Szenenapplaus. Nach einem mit Feuer und Leidenschaft gespielten Medley der berühmtesten Hits von Frank Sinatra kamen den Besuchern einige Jazz-Variationen und Filmmusikklänge von Frederico Fellini gerade recht: Nur ungern entließ das Publikum die Gäste von der Bühne. Eine Zugabe mit „What a Wonderful World“ und Sjaak van der Reiidens Werk „Bessarabyanke“ stimmte aber zufrieden.

Konnte da die heimische Stadtkapelle nach einer kurzen Pause noch einen draufsetzen? Sie konnte, und wie: Unter dem Dirigat von Christian Pöndl erklang der Wether-Girls-Evergreen „It’s Raining Men“ in spieltechnisch feiner Umsetzung. Rock- und Popmusikklassiker querbeet hatten die etwa 40 Musiker eingeübt. „Denn deren Stakkato eignet sich für eine Industriehalle, Polka passt nicht unbedingt“, erklärte Moderator Lutz schmunzelnd. Ein Höhepunkt war das faszinierende Phil Collins-Medley, eigens für Bläser arrangiert. Der Vortrag begeisterte durch seine Rhythmuswechsel und seine Variation von kraftvollen und leisen Tönen, die jedes Instrument voll beanspruchte. „Totally Tina Turner“ ließ alte Evergreens und Ohrwürmer auf der Bühne schwungvoll auferstehen. Bei „Children of Sanchez“, einem Werk zum gleichnamigen Film, standen die Solisten am Horn und Saxofon im Vordergrund. Neue Wege beschritten die Musiker bei „Symphonic Rock“, einem Medley aus Queens- und Genesis-Titeln.

Der Applaus ließ nicht lange auf sich warten, und die Bläser der Stadtkapelle gewährten mit „Spanish Fever“ gerne eine Zugabe.